Lagerungshilfen und Anti-Dekubitus-Systeme: Der richtige Einsatz

Richtige Lagerung ist die wirksamste Waffe gegen Druckgeschwüre — und entscheidend für den Schlafkomfort bettlägeriger Menschen. Mit den richtigen Hilfsmitteln wird Lagerung sicherer, effektiver und für Pflegende körperlich schonender.

Warum Lagerung so wichtig ist

Bettlägerige Patienten müssen regelmäßig umgelagert werden, um Druckgeschwüre zu verhindern. Aber Lagerung dient auch der Atemwegsgesundheit (aufrechte Position erleichtert das Atmen), der Verdauung, der Kreislaufstimulation und dem allgemeinen Wohlbefinden. Eine gute Lagerung verbessert die Lebensqualität messbar.

Lagerungshilfen im Überblick

HilfsmittelEinsatz
Lagerungskeil (Schaumstoff)30°-Lagerung zur Druckentlastung
LagerungsrolleSeitenlagerung, Extremitäten positionieren
FersenfreilagererFersen druckfrei halten (Dekubitusprophylaxe)
MikrolagerungskissenKleine Druckverschiebungen ohne Umlagerung
Positionierungssystem (komplett)Ganzköperlagerung, Intensivpflege
💡 30°-Lagerung: Die 30°-Seitenlagerung ist die evidenzbasierte Standardlagerung zur Dekubitusprophylaxe — sie entlastet Steißbein, Hüfte und Schulterblatt gleichzeitig. Verwenden Sie Lagerungskeile aus geeignetem Schaumstoff — normale Kissen sind zu weich und zu instabil.

Anti-Dekubitus-Matratzen: Welche ist die richtige?

Weichschaum-Matratzen mit viskoelastischen Zonen verteilen Druck passiv und sind für gefährdete, aber noch teilmobile Patienten geeignet. Wechseldrucksysteme (alternating pressure) erzeugen automatisch wechselnde Druckpunkte und sind für hochgefährdete oder vollständig immobile Patienten indiziert. Beide Systeme sind als Kassenleistung erhältlich.

Umlagerungsplan: Struktur schützt

Ein schriftlicher Umlagerungsplan legt fest, wann welche Position eingenommen wird — er schützt Patienten und entlastet das Gedächtnis der Pflegenden. Dokumentieren Sie jede Umlagerung mit Uhrzeit und Position. Moderne Pflegedokumentations-Apps erinnern automatisch an Umlagerungsintervalle und halten die Nachweise gesetzeskonform fest.

Körperpositionierung bei speziellen Erkrankungen

Bei Herzinsuffizienz ist eine erhöhte Oberkörperlagerung (30–45°) wichtig. Bei Atemwegserkrankungen hilft die Oberkörperhochlagerung zusätzlich. Nach Schlaganfall müssen gelähmte Extremitäten besonders sorgfältig gelagert werden — falsche Lagerung fördert Spastik und Fehlstellungen. Im Zweifelsfall lassen Sie sich von einem Physiotherapeuten beraten.

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