Pflegebett und Pflegehilfsmittel: Was die Kasse übernimmt

Pflegebett und Pflegehilfsmittel: Was die Kasse übernimmt
Pflegehilfsmittel erleichtern den Pflegealltag erheblich — und viele werden von der Pflegekasse bezahlt oder bezuschusst. Wer weiß, welche Leistungen zustehen, kann bares Geld sparen und die Pflege professionalisieren.

Technische Pflegehilfsmittel: Leihgabe statt Kauf

Technische Pflegehilfsmittel wie Pflegebett, Rollstuhl, Rollator, Badewannenlift, Toilettenstuhl oder Gehbock werden von der Pflegekasse in der Regel leihweise zur Verfügung gestellt. Der Eigenanteil beträgt 10 % des Kaufpreises, maximal 25 Euro je Hilfsmittel. Bei Ableben oder Nichtmehrbedarf geht das Hilfsmittel zurück.

Das Pflegebett: Zentrum der häuslichen Pflege

Ein höhenverstellbares Pflegebett ist für schwerer pflegebedürftige Menschen unverzichtbar. Es schützt Pflegende vor Rückenproblemen, erleichtert Lagerung und Körperpflege und bietet dem Pflegebedürftigen mehr Komfort. Seitengitter, Aufrichthilfen und spezielle Matratzen gegen Druckgeschwüre können dazugeordert werden.

💡 Tipp: Beantragen Sie das Pflegebett über Ihren Arzt (Verordnung) und nicht direkt beim Sanitätshaus — die Verordnung ist die Voraussetzung für die Kassenübernahme. Ohne Verordnung zahlen Sie in der Regel den vollen Preis.

Zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel

Einmalhandschuhe, Bettschutzeinlagen, Desinfektionsmittel und ähnliche Verbrauchsmaterialien werden von der Pflegekasse mit bis zu 42 Euro monatlich bezuschusst. Beantragen Sie diesen Zuschuss einmalig — danach läuft er automatisch. Viele Pflegebedürftige lassen dieses Budget ungenutzt, weil sie davon nichts wissen.

Anti-Dekubitus-Matratzen: Druckgeschwüre verhindern

Bettlägerige Patienten sind besonders gefährdet für Druckgeschwüre (Dekubitus). Spezialmatratzen mit Wechseldrucksystem verteilen den Druck automatisch und sind medizinisch notwendig bei entsprechender Gefährdung. Die Pflegekasse übernimmt die Kosten vollständig — der Arzt muss die Notwendigkeit bescheinigen.

Inkontinenzmaterial: Würde wahren, Kosten senken

Inkontinenzprodukte wie Einlagen, Windelhosen und Bettschutz sind teuer. Bei ärztlich bescheinigter Inkontinenz übernimmt die Kranken- oder Pflegekasse erhebliche Kosten. Sprechen Sie Ihren Arzt offen auf das Thema an — viele Betroffene schämen sich und verzichten dadurch auf Leistungen, die ihnen zustehen.

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