Pflegegürtel und Mobilisierungshilfen: Sicheres Aufstehen und Gehen

Das Aufstehen und Gehen gehören zu den häufigsten und risikoreichsten Pflegehandlungen. Mit dem richtigen Hilfsmittel wird daraus eine sichere, gezielte Übung — statt einer körperlichen Belastungsprobe für Pflegende und Pflegebedürftige.

Der Pflegegürtel: Unverzichtbar beim Mobilisieren

Ein Pflegegürtel (Transfergurt oder Ganggurt) wird um die Taille des Patienten gelegt. Er gibt der Pflegeperson einen sicheren, ergonomischen Griff beim Aufstehen, Gehen und Hinsetzen. Der Griff unter den Achseln — eine häufige Alternative ohne Gürtel — ist gefährlich: Er kann Schultergelenke verletzen und gibt keine ausreichende Kontrolle.

💡 Richtige Technik: Stellen Sie sich seitlich vor den Patienten, greifen Sie den Gürtel seitlich-vorne mit beiden Händen, führen Sie die Aufstehbewegung mit Körpergewichtverlagerung — nicht mit Zug am Rücken. Eine Einweisung durch Physiotherapeuten spart Rücken und verhindert Unfälle.

Stehlifter: Aktive Teilmobilisierung

Stehlifter unterscheiden sich von Patientenliftern: Der Patient muss aktiv mitarbeiten — er umgreift Haltestangen und wird in eine stehende Position gehoben. Das trainiert Beinmuskeln, fördert die Kreislaufsituation und ist psychologisch oft positiv erlebt. Stehlifter sind ideal für Patienten, die zwar nicht allein aufstehen, aber aktiv mitwirken können.

Aufstehhilfen und elektrische Sessel

Elektrische Aufstehsessel und Aufstehhilfen für Sofas ermöglichen selbstständiges Aufstehen ohne fremde Hilfe. Der Sitz fährt nach vorne und kippt leicht nach oben — der Patient gleitet in eine Aufstehposition. Das fördert Selbstständigkeit und entlastet Pflegende erheblich. Die Kosten (500–2.000 Euro) werden nicht von der Kasse übernommen, können aber steuerlich absetzbar sein.

Gehhilfen richtig einsetzen

Rollator, Gehstock und Unterarmgehstützen müssen auf die richtige Länge eingestellt und korrekt genutzt werden. Ein falsch eingestellter Rollator verleitet zum Vorbeugen — das erhöht die Sturzgefahr statt sie zu senken. Lassen Sie die Einstellung von einem Physiotherapeuten oder Sanitätsfachmann vornehmen und überprüfen Sie Gummistopper und Bremsen regelmäßig.

Niederflurbett: Die unterschätzte Sturzprävention

Pflegebetten können auf wenige Zentimeter über dem Boden abgesenkt werden — bei sturzgefährdeten Patienten eine wichtige Schutzmaßnahme. Ein Sturz aus dem Niederflurbett ist deutlich weniger verletzungsriskant als aus normaler Betthöhe. Kombination mit Bodenmatte vor dem Bett erhöht den Schutz weiter.

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