Dekubitus verhindern: Druckgeschwüre und Wundversorgung im Alter

Dekubitus verhindern: Druckgeschwüre und Wundversorgung im Alter
Druckgeschwüre (Dekubitus) entstehen bei bettlägerigen oder mobilitätseingeschränkten Menschen — und sind fast immer vermeidbar. Rechtzeitige Prävention ist der wichtigste Schutz. Was zu tun ist, wenn ein Dekubitus trotzdem entsteht, erklären wir hier.

Was ist Dekubitus und wie entsteht er?

Dekubitus ist ein durch anhaltenden Druck entstehender Gewebeschaden — meist über Knochenvorsprüngen wie Steißbein, Fersen, Hüften oder Schulterblättern. Schon wenige Stunden ohne Positionswechsel können bei gefährdeten Personen erste Schäden verursachen. Feuchtigkeit (durch Schweiß oder Inkontinenz), Reibung und Scherkräfte erhöhen das Risiko zusätzlich.

Risikogruppen erkennen

Besonders gefährdet sind bettlägerige oder rollstuhlpflichtige Menschen, Personen mit eingeschränktem Schmerzempfinden (z. B. nach Schlaganfall), unterernährte Patienten sowie Menschen mit Diabetes oder peripheren Durchblutungsstörungen. Eine standardisierte Risikoeinschätzung mit der Braden-Skala hilft Pflegenden, den Bedarf einzuschätzen.

💡 Prävention: Die effektivste Maßnahme ist regelmäßige Umlagerung — spätestens alle zwei Stunden bei bettlägerigen Patienten. Eine Umlagerungsuhr oder ein Bewegungsplan helfen dabei, die Intervalle einzuhalten.

Präventionsmaßnahmen im Überblick

  • Regelmäßiges Umlagern (2-Stunden-Rhythmus oder Mikropositionierung)
  • Druckentlastende Matratze (Wechseldrucksystem oder Schaumstoff-Spezialmatratze)
  • Fersenschutz durch spezielle Kissen oder Schienen
  • Hautpflege: Sauber, trocken, eingecremt halten
  • Ausreichende Ernährung und Hydration
  • Mobilisierung so früh und so oft wie möglich

Wundversorgung bei bestehendem Dekubitus

Besteht bereits ein Dekubitus, ist professionelle Wundversorgung unerlässlich. Die Wundgrade 1 und 2 können von gut geschulten Pflegekräften versorgt werden; Grad 3 und 4 (tiefe Wunden mit Gewebedefekten) erfordern ärztliche Behandlung, ggf. stationär. Feuchte Wundversorgung mit modernen Wundauflagen fördert die Heilung und reduziert den Verbandswechselaufwand.

Dokumentation als Pflicht und Schutz

Alle Präventions- und Behandlungsmaßnahmen müssen dokumentiert werden — das schützt Pflegende vor Haftungsansprüchen und sichert die Qualität. Fotografische Verlaufsdokumentation mit Datum ermöglicht es, Heilungsfortschritte oder Verschlechterungen objektiv nachzuverfolgen. Bei Verdacht auf pflegerische Vernachlässigung ist die Dokumentation entscheidend.

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