
Was ist Dekubitus und wie entsteht er?
Dekubitus ist ein durch anhaltenden Druck entstehender Gewebeschaden — meist über Knochenvorsprüngen wie Steißbein, Fersen, Hüften oder Schulterblättern. Schon wenige Stunden ohne Positionswechsel können bei gefährdeten Personen erste Schäden verursachen. Feuchtigkeit (durch Schweiß oder Inkontinenz), Reibung und Scherkräfte erhöhen das Risiko zusätzlich.
Risikogruppen erkennen
Besonders gefährdet sind bettlägerige oder rollstuhlpflichtige Menschen, Personen mit eingeschränktem Schmerzempfinden (z. B. nach Schlaganfall), unterernährte Patienten sowie Menschen mit Diabetes oder peripheren Durchblutungsstörungen. Eine standardisierte Risikoeinschätzung mit der Braden-Skala hilft Pflegenden, den Bedarf einzuschätzen.
Präventionsmaßnahmen im Überblick
- Regelmäßiges Umlagern (2-Stunden-Rhythmus oder Mikropositionierung)
- Druckentlastende Matratze (Wechseldrucksystem oder Schaumstoff-Spezialmatratze)
- Fersenschutz durch spezielle Kissen oder Schienen
- Hautpflege: Sauber, trocken, eingecremt halten
- Ausreichende Ernährung und Hydration
- Mobilisierung so früh und so oft wie möglich
Wundversorgung bei bestehendem Dekubitus
Besteht bereits ein Dekubitus, ist professionelle Wundversorgung unerlässlich. Die Wundgrade 1 und 2 können von gut geschulten Pflegekräften versorgt werden; Grad 3 und 4 (tiefe Wunden mit Gewebedefekten) erfordern ärztliche Behandlung, ggf. stationär. Feuchte Wundversorgung mit modernen Wundauflagen fördert die Heilung und reduziert den Verbandswechselaufwand.
Dokumentation als Pflicht und Schutz
Alle Präventions- und Behandlungsmaßnahmen müssen dokumentiert werden — das schützt Pflegende vor Haftungsansprüchen und sichert die Qualität. Fotografische Verlaufsdokumentation mit Datum ermöglicht es, Heilungsfortschritte oder Verschlechterungen objektiv nachzuverfolgen. Bei Verdacht auf pflegerische Vernachlässigung ist die Dokumentation entscheidend.