Handschuhe: Das wichtigste Hygienemittel
Einmalhandschuhe aus Nitril (für Latexallergiker) oder Latex sind bei allen Pflegehandlungen mit Körperflüssigkeiten, Wunden oder Ausscheidungen Pflicht. Wichtig: Handschuhe ersetzen nicht das Händewaschen — nach dem Ausziehen der Handschuhe müssen die Hände desinfiziert werden. Handschuhe nur einmal verwenden und sofort entsorgen.
Händedesinfektion: Die wichtigste Einzelmaßnahme
Händedesinfektion mit einem alkoholischen Händedesinfektionsmittel vor und nach jeder Pflegehandlung reduziert Keimübertragungen dramatisch. Die Einwirkzeit beträgt 30 Sekunden — in dieser Zeit müssen alle Handflächen, Fingerzwischenräume, Daumen und Nagelfalze bearbeitet werden. Händedesinfektion ist effektiver als Händewaschen allein.
Schutzkittel und Mund-Nasen-Schutz
Bei Pflegehandlungen mit erhöhtem Spritzrisiko (Wundversorgung, Mundpflege) schützt ein Einmalkittel die Kleidung vor Kontamination. Bei Atemwegserkrankungen des Pflegebedürftigen (Erkältung, Grippe) trägt die Pflegeperson einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz. FFP2-Masken schützen besser, sind aber für Routinepflege in der Regel nicht notwendig.
Flächendesinfektion: Was wann gereinigt werden muss
Kontaktflächen wie Türklinken, Lichtschalter, WC-Spülung und Handläufe müssen täglich mit einem geeigneten Flächendesinfektionsmittel gereinigt werden — besonders bei Infekten. Pflegebett, Duschstuhl und Toilettenstuhl werden nach jedem Gebrauch gereinigt. Verwenden Sie nur VAH-gelistete Desinfektionsmittel — sie sind nachweislich wirksam.
Wäschehygiene in der Pflege
Bett- und Körperwäsche von Pflegebedürftigen wird bei mindestens 60 °C gewaschen — bei Infektionen oder Stuhlverschmutzung bei 90 °C. Waschen Sie Pflegewäsche getrennt von normaler Haushaltswäsche. Beim Transport schmutziger Wäsche Handschuhe tragen und Wäsche in geschlossenen Säcken transportieren. Trockner reduziert die Keimzahl zusätzlich.