
Warum Sturzgefahr im Alter steigt
Mit zunehmendem Alter nehmen Muskelmasse, Gleichgewichtssinn und Reaktionsvermögen ab. Hinzu kommen Sehprobleme, Kreislaufschwankungen, Nebenwirkungen von Medikamenten und chronische Erkrankungen wie Parkinson oder Arthrose. All das erhöht die Sturzgefahr im Alltag erheblich.
Gefahrenquellen im Haushalt erkennen
Die häufigsten Sturzstellen im häuslichen Umfeld sind Bad und Toilette, Treppen, schlecht beleuchtete Flure und lose Teppiche. Eine systematische Wohnungsbegehung hilft, Risiken zu identifizieren. Pflegestützpunkte oder Wohlfahrtsverbände bieten professionelle Wohnraumbegehungen oft kostenlos an.
Technische Hilfsmittel zur Sturzprävention
Haltegriffe im Bad, ein Duschhocker, ein erhöhter WC-Sitz, Treppengeländer und ausreichende Beleuchtung sind die wichtigsten Maßnahmen. Bewegungsmelder-Nachtlichter verhindern Stürze beim nächtlichen Gang zur Toilette. Ein Hausnotrufgerät sorgt dafür, dass im Sturzfall schnell Hilfe erreicht wird.
Bewegung als beste Sturzprävention
Regelmäßige körperliche Aktivität stärkt Muskeln, verbessert den Gleichgewichtssinn und erhöht die Reaktionsfähigkeit. Besonders empfohlen: Tai-Chi, Gleichgewichtsübungen nach dem Otago-Programm und Krafttraining. Viele Krankenkassen übernehmen die Kosten für entsprechende Kurse — fragen Sie nach.
Medikamente als unterschätzter Risikofaktor
Viele ältere Menschen nehmen mehrere Medikamente gleichzeitig ein (Polypharmazie). Blutdrucksenker, Schlafmittel, Antidepressiva und Beruhigungsmittel erhöhen das Sturzrisiko erheblich. Bitten Sie den Hausarzt um eine regelmäßige Medikamentenüberprüfung — oft lassen sich einzelne Präparate reduzieren oder ersetzen.
Nach einem Sturz: Wie weiter?
Ein Sturz hinterlässt oft nicht nur körperliche, sondern auch seelische Spuren: die Angst vor dem nächsten Sturz kann Bewegungseinschränkungen verstärken und soziale Isolation fördern. Sprechen Sie offen über diese Angst — und suchen Sie sich gegebenenfalls therapeutische Unterstützung, um die Mobilität wiederzugewinnen.